Chitwan - Aufenthalt im Nationalpark.

06.06.2018 - 11.06.2018

Die Fahrt nach Chitwan war unerwartet angenehm. Die Straßen waren gut und die Aircondition im Bus erbrachte ihre Dienste. Nach fast 5 Stunden im Halbschlaf wurde die Straße schlechter und der Bus begann zu holpern, er stoppte und als die Staubwolken verzogen standen wir auf einem kleinen Busbahnhof. Die Tür ging auf, beim Aussteigen halb blind von der hellen Sonne traf uns der Schlag, 38 Grad im Schatten! Noch etwas überfordert mit der Sonne und den Temperaturen bewegten wir uns zum Heck des Buses in dem unsere Rucksäcke untergebracht waren. Wie sollte es anders sein, direkt begann das Werben der Tuktuk Fahrer. Übrigens auch das erste mal das wir Tuktuks in Nepal sahen! Unsere Unterkunft lag nicht weit entfernt dennoch entschieden wir uns für einen der Fahrer. Dieser war offensichtlich auch schon etwas länger in der Sonne gestanden denn beim Zurücksetzen rammte er erst einmal direkt einen anderen Jeep. Das war aber alles halb so wild, nach einem kurzen "shit" seinerseits ging die Fahrt nach vorne weiter und kurze Zeit später standen wir in unserer Unterkunft. Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt, anderes ließ die Hitze auch nicht zu. 

Für den nächsten Tag entschieden wir uns auf eine Jungle Safari zu gehen, und das tatsächlich auch zu Fuß. Um 6 Uhr klingelte der Wecker, und typisch für diese Jahreszeit regnete es bereits die ganze Nacht. Etwas enttäuscht über den Regen wurde uns aber mitgeteilt das wir uns dennoch fertig machen sollten, denn der Regen hört um ca 7 Uhr auf. Etwas misstrauisch folgten wir aber den Anweisungen und tatsächlich 10 nach 7 fielen die letzten Tropfen! 

Nun ging es direkt von unserer Unterkunft aus zu Fuß los, der Fluss der zugleich auch die Grenze zum Nationalpark ist liegt nur wenige 100 Meter entfernt und dort sollte unser Abenteuer in den Jungle starten. 

Es ging also im Einbaum einige Kilometer Flussabwärts, allein diese Erfahrung erzeugte bei uns schon die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn. Denn neben unserem Boot links und rechts tauchten immer wieder Krokodile auf, keine Riesen aber sicher groß genug um einem Menschen gefährlich zu werden. Diese Begegnungen waren allerdings nichts im Vergleich zu dem was uns noch erwarten sollte. Während der Flussfahrt sahen wir neben den Krokodilen dann auch noch viele Rehe und Vögel. Angekommen im Dschungel begann das wahre Abenteuer, nach einer kurzen Sicherheitseinweisung wie wir uns im Falle eines Angriffs von bestimmten Tieren wie z.B. Bär,Tiger,Elefant oder Nashorn verhalten sollten ging es los. Wusstest du das es im Chitwan Nationalpark die größte Dichte an Panzernashörnern weltweit gibt? Weit über seine Grenzen ist der Park dafür bekannt und viele der Besucher nur deshalb kommen . Natürlich wollten auch wir uns den Anblick auf eines dieser Tiere nicht entgehen lassen. Doch das gefährlichste Tier im Park ist der männliche Elefant mit dem Namen Ronaldo. Sollten wir dieses sehen, so meinten unsere beiden Guides sollen wir rennen so weit und so lange wir können. In seinem Leben hat dieser Elefant schon 9 Menschen getötet und selbst unsere Guides die so furchtlos schienen sagten dies mit einem Unterton der uns beunruhigte. Nach der Einweisung sollten wir allerdings zuerst Wildschweine, einige Affen und verschiedene Arten von Hirschen und Rehen zu Gesicht bekommen. Nach unzähligen Stunden durch dichtes Gestrüpp und bei einer Luftfeuchtigkeit wie im Hallenbad ging es gegen Nachmittag raus aus dem Dschungel rein in die Graslandschaft. Hier leben die Rhinos. 

Am Anfang unserer Safari versprachen unsere Guides das wir zu 99 % ein Rhino sehen werden, doch offensichtlich war an diesem Tag alles etwas anders. In den bekannten Wasserlöchern wo sich laut unserem Guide regelmäßig bis zu 10 - 15 Tiere aufhalten war kein einziges und auch alle anderen Wasserlöcher waren leer. Nach langer erfolgloser Suche machten wir uns etwas niedergeschlagen keines gesehen zu haben auf den Weg zurück ins Dorf. Plötzlich kam alles anders, eine andere Gruppe Touristen die uns während der Mittagspause überholt hatte, lokalisierte wenige Meter vor uns einen Bullen in einem Wasserloch. Doch der Bulle entschied sich zu flüchten und bis wir bei der zweiten Gruppe waren war der Bulle im Meter hohen Gras verschwunden.. Shit, dachten wir, was ein Pech. 

Die andere Gruppe entschieden sich weiter zu gehen, unsere Guides aber meinten wir sollten noch ein wenig warten, tatsächlich hatten sie den richtigen Riecher! Nach ca. einer Viertelstunden bewegte sich das Gras erneut und das Nashorn bewegte sich direkt auf uns zu. Unser Guide befohl uns zu warten, er wollte sich die Situation genauer ansehen, genau in diesem Moment sprang das Nashorn aus seinem Wasserloch an der Stelle auf die sich unser Guide zubewegte. Erschrocken über die Reaktion schrie er zu uns wir sollen rennen, denn das Nashorn stand nur noch 6-8 Meter von uns entfernt. Eben so erschrocken schaute das Nashorn in unsere Richtung und für einen Bruchteil von Sekunden schien es als würde es angreifen. Es entschied es sich dann aber glücklicherweise den Weg zu kreuzen und auf der anderen Seite wieder im Gras zu verschwinden. Unser Puls war immer noch auf höchst touren als wir langsam begriffen das wir gerade haarscharf an einem Unglück vorbeigeschrammt sind. Selbst unser Guide war so aufgefühlt das ihm anfangs die Worte fehlten, er war sich der Gefahr offenbar noch mehr bewusst als wir.. Was für ein Erlebnis und besonders was für ein besonderes Tier! Unglaublich kraftvoll und zugleich so elegant, es ärgert mich in diesem Moment nicht genug Zeit gehabt zu haben für mehr Bilder denn Lediglich eins habe ich in der Hektik schießen können. Die Bilder im Kopf werden aber für immer bleiben und wer Nepal bereisen möchte,der sollte sich Chitwan nicht entgehen lassen!  Links im Bild, das ist übrigens der Stock mit dem uns unsere Guides versucht haben zu beschützen! :D 

Insgesamt verbrachten wir 5 Nächte in der Evergreen Ecolodge an der Grenze zu Chitwan. Tatsächlich haben wir dort allerdings außer unser Junglesafari auch nicht viel unternommen. Stattdessen gab es immer frisches kaltes Lemon Soda und der kleinen Pool war wunderbar um sich abzukühlen. Und allgemein war die Atmosphäre dort einfach wunderbar. Nach der Aktion im Nationalpark und in den Bergen war das genau das richtige. Es muss nicht jeden Tag volles Programm geben :). 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

 

© 2018 Time out Experience | Alle Rechte vorbehalten.