Nepal III | Chitwan


chitwan


Die Fahrt nach Chitwan war unerwartet angenehm. Die Straßen waren gut und die Aircondition im Bus erbrachte ihre Dienste. Nach fast 5 Stunden im Halbschlaf wurde die Straße schlechter und der Bus begann zu holpern, er stoppte und als die Staubwolken verzogen standen wir auf einem kleinen Busbahnhof. Die Tür ging auf, beim Aussteigen halb blind von der hellen Sonne traf uns der Schlag, 38 Grad im Schatten! Noch etwas überfordert mit der Sonne und den Temperaturen bewegten wir uns zum Heck des Buses in dem unsere Rucksäcke untergebracht waren. Wie sollte es anders sein, direkt begann das Werben der Tuktuk Fahrer. Übrigens auch das erste mal das wir Tuktuks in Nepal sahen! Unsere Unterkunft lag nicht weit entfernt dennoch entschieden wir uns für einen der Fahrer. Dieser war offensichtlich auch schon etwas länger in der Sonne gestanden denn beim Zurücksetzen rammte er erst einmal direkt einen anderen Jeep. Das war aber alles halb so wild, nach einem kurzen "shit" seinerseits ging die Fahrt nach vorne weiter und kurze Zeit später standen wir in unserer Unterkunft. Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt, anderes ließ die Hitze auch nicht zu. 

Für den nächsten Tag entschieden wir uns auf eine Jungle Safari zu gehen, und das tatsächlich auch zu Fuß. Um 6 Uhr klingelte der Wecker, und typisch für diese Jahreszeit regnete es bereits die ganze Nacht. Etwas enttäuscht über den Regen wurde uns aber mitgeteilt das wir uns dennoch fertig machen sollten, denn der Regen hört um ca 7 Uhr auf. Etwas misstrauisch folgten wir aber den Anweisungen und tatsächlich 10 nach 7 fielen die letzten Tropfen! 

Nun ging es direkt von unserer Unterkunft aus zu Fuß los, der Fluss der zugleich auch die Grenze zum Nationalpark ist liegt nur wenige 100 Meter entfernt und dort sollte unser Abenteuer in den Jungle starten. 

by the way - danke an Bali, unser GUIDE hier auf den Bildern zu sehen

Es ging also im Einbaum einige Kilometer Flussabwärts, allein diese Erfahrung erzeugte bei uns schon die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn. Denn neben unserem Boot links und rechts tauchten immer wieder Krokodile auf, keine Riesen aber sicher groß genug um einem Menschen gefährlich zu werden. Diese Begegnungen waren allerdings nichts im Vergleich zu dem was uns noch erwarten sollte. Während der Flussfahrt sahen wir neben den Krokodilen dann auch noch viele Rehe und Vögel. Angekommen im Dschungel begann das wahre Abenteuer, nach einer kurzen Sicherheitseinweisung wie wir uns im Falle eines Angriffs von bestimmten Tieren wie z.B. Bär,Tiger,Elefant oder Nashorn verhalten sollten ging es los. Wusstest du das es im Chitwan Nationalpark die größte Dichte an Panzernashörnern weltweit gibt? Weit über seine Grenzen ist der Park dafür bekannt und viele der Besucher nur deshalb kommen . Natürlich wollten auch wir uns den Anblick auf eines dieser Tiere nicht entgehen lassen. Doch das gefährlichste Tier im Park ist der männliche Elefant mit dem Namen Ronaldo. Sollten wir dieses sehen, so meinten unsere beiden Guides sollen wir rennen so weit und so lange wir können. In seinem Leben hat dieser Elefant schon 9 Menschen getötet und selbst unsere Guides die so furchtlos schienen sagten dies mit einem Unterton der uns beunruhigte. Nach der Einweisung sollten wir allerdings zuerst Wildschweine, einige Affen und verschiedene Arten von Hirschen und Rehen zu Gesicht bekommen. Nach unzähligen Stunden durch dichtes Gestrüpp und bei einer Luftfeuchtigkeit wie im Hallenbad ging es gegen Nachmittag raus aus dem Dschungel rein in die Graslandschaft. Hier leben die Rhinos. 

Am Anfang unserer Safari versprachen unsere Guides das wir zu 99 % ein Rhino sehen werden, doch offensichtlich war an diesem Tag alles etwas anders. In den bekannten Wasserlöchern wo sich laut unserem Guide regelmäßig bis zu 10 - 15 Tiere aufhalten war kein einziges und auch alle anderen Wasserlöcher waren leer. Nach langer erfolgloser Suche machten wir uns etwas niedergeschlagen keines gesehen zu haben auf den Weg zurück ins Dorf. Plötzlich kam alles anders, eine andere Gruppe Touristen die uns während der Mittagspause überholt hatte, lokalisierte wenige Meter vor uns einen Bullen in einem Wasserloch. Doch der Bulle entschied sich zu flüchten und bis wir bei der zweiten Gruppe waren war der Bulle im Meter hohen Gras verschwunden.. Shit, dachten wir, was ein Pech. 

 

Die andere Gruppe entschieden sich weiter zu gehen, unsere Guides aber meinten wir sollten noch ein wenig warten, tatsächlich hatten sie den richtigen Riecher! Nach ca. einer Viertelstunden bewegte sich das Gras erneut und das Nashorn bewegte sich direkt auf uns zu. Unser Guide befohl uns zu warten, er wollte sich die Situation genauer ansehen, genau in diesem Moment sprang das Nashorn aus seinem Wasserloch an der Stelle auf die sich unser Guide zubewegte. Erschrocken über die Reaktion schrie er zu uns wir sollen rennen, denn das Nashorn stand nur noch 6-8 Meter von uns entfernt. Eben so erschrocken schaute das Nashorn in unsere Richtung und für einen Bruchteil von Sekunden schien es als würde es angreifen. Es entschied es sich dann aber glücklicherweise den Weg zu kreuzen und auf der anderen Seite wieder im Gras zu verschwinden. Unser Puls war immer noch auf höchst touren als wir langsam begriffen das wir gerade haarscharf an einem Unglück vorbeigeschrammt sind. Selbst unser Guide war so aufgefühlt das ihm anfangs die Worte fehlten, er war sich der Gefahr offenbar noch mehr bewusst als wir.. Was für ein Erlebnis und besonders was für ein besonderes Tier! Unglaublich kraftvoll und zugleich so elegant, es ärgert mich in diesem Moment nicht genug Zeit gehabt zu haben für mehr Bilder denn Lediglich eins habe ich in der Hektik schießen können. Die Bilder im Kopf werden aber für immer bleiben und wer Nepal bereisen möchte,der sollte sich Chitwan nicht entgehen lassen! 

Insgesamt verbrachten wir 5 Nächte in der Evergreen Ecolodge an der Grenze zu Chitwan. Tatsächlich haben wir dort allerdings außer unser Junglesafari auch nicht viel unternommen. Stattdessen gab es immer frisches kaltes Lemon Soda und der kleinen Pool war wunderbar um sich abzukühlen. Und allgemein war die Atmosphäre dort einfach wunderbar. Nach der Aktion im Nationalpark und in den Bergen war das genau das richtige. Es muss nicht jeden Tag volles Programm geben :). 

Unsere Unterkunft in Chitwan.  

Angekommen und gleich verliebt. Die Evergreen Ecoloudge, ein toller Ort zum Wohlfühlen. Hier kannst du zwischen mehreren Schlafvarianten  wählen, sei es in kleinen Bambushütten, in oder auf einem alten Bus oder in Hütten aus recyclten Materialien. Wir entschieden uns für letzteres,  die komfortabelste aber auch die teuerste Variante. Mit 1500 Rupie pro Nacht bekommt man dafür aber eine eigene Dusche und Toilette und zusätzlich gibt es hier auch einen Pool der die heißen Tage erträglich macht, außerdem hatten wir hier mit Abstand das beste Internet in ganz Nepal! Für uns eines der schönsten Orte zum relaxen.  

Kulinarisches in Chitwan. 

Evergreen Ecolodge

Frühstück gab es immer im Hostel, dort war es recht simple aber völlig in Ordnung. Da die Küche vom Hostel ausschließlich vegetarische und vegane Kost, anzubieten hatte trieb es uns zum Dinner raus in die kleine Stadt. Die Stadt am Rande des Nationalparks ist nicht besonders groß, weshalb es uns immer und immer wieder ins Restaurant trieb.

Kc's Resaurant & Bar

Bereits die 4,5 Sterne von TripAdvisor ließen uns interessiert die Karte studieren. Recht schnell wurden wir fündig und so gab's am ersten Abend Chickenburger und Spaghetti Bolognese und am darauf folgenden Tag Pizza & Fried Noodles with Chicken. Wir wurden nicht enttäuscht! Super leckere Küche bei schönem Ambiente, und preislich befanden wir uns inkl. 4 Getränken immer so bei 1200 Rupie wieder. Also wirklich günstig! Als kleinen Tipp würden wir dir ans Herz legen bei den Nudeln zu erwähnen die scharfen Gewürze besser weg zu lassen, außer du stehst drauf Feuer zu spuken :D.


Aktivitäten in und um Chitwan.

 

Die wohl häufigste Aktivität in der Region ist die Safari. Hier gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, so kannst du z.B. mit dem Jeep durch den Nationalpark fahren oder dich auf Elefanten reitend durch den NP tragen lassen. Wir entschieden uns dafür den Nationalpark zu Fuß zu erkunden da uns beide anderen Variationen nicht gefielen, das ist aber jedem selbst überlassen. Für einen ganzen Tag im NP bezahlten wir so p.P. 4000 Rupie, darin enthalten sind die Kosten für das NP Permit und zwei Guides die Pflicht sind. Ohne diese darf man den NP nämlich nicht betreten. Insgesamt waren wir so dann eine 5 Mann große Gruppe. Wasser und ein Lunch muss man anschließend noch separat ordern, besonders beim Wasser würden wir dir empfehlen nicht zu sparen! Die Kanu Fahrt folgte zuerst, Fluss aufwärts konnten wir schon die ersten interessanten Tiere beobachten und waren voller Vorfreude auf das was kommt. 

Auf unserer Jungle walk Tour bekamen wir einiges zu Gesicht, Wildschwein, Rehe, Hirsche, Krokodile und ein Nashornbullen. Tiere die man allerdings hier an der Grenze zum NP mit etwas Glück auch beobachten kann. Nichts desto trotz würden wir es wieder machen, denn das Erlebnis zufuß durch einen Jungle zu laufen in dem Tiger, Elefanten und andere wilde Tiere leben ist unbezahlbar. 

 

Außerhalb des Parks gibt es auch die Möglichkeit Touren zu buchen bei denen mit Elefanten gebadet wird oder bei denen man die Elefanten füttern kann. Viele unternehmen auch Ausflüge mit dem Fahrrad oder Roller zum 20,000 Lake. Für uns war's mittags einfach zu warm! Wir entschieden uns dann dazu an den anderen Tagen nichts mehr zu unternehmen und stattdessen am Blog zu arbeiten und im Pool zu schwimmen. Die Nachmittags/Abendstunden bevor es zum Essen ging verbrachten wir dann am Fluss um mit etwas Glück die wilden Rhinos beim Baden zu sehen. Und wir hatten jeden Tag das Glück welche zu sehen! :)

 

Tipp: Bei einem kühlen Bier (wir empfehlen das Everest) lässt sich auch der Sonnenuntergang herrlich am Fluss bewundern. Nicht selten erscheinen hier auch die Hirsche und Rehe abends am Fluss. 

 


zurück nach kathmandu


Die letzte Woche in Nepal war bereits angebrochen als wir uns dazu entschieden zurück nach Kathmandu zu fahren. Es ging erneut mit dem Bus 5 Stunden vom Nationalpark Chitwan nach Thamel einem Stadtteil von Kathmandu. Angekommen machten wir uns direkt auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Auch wenn wir mit unserer ersten Unterkunft dem Sparkling Turtle Hostel 3,5 Wochen zuvor äußerst zufrieden waren wollten wir die letzten 3 Nächte in einem anderen Hostel verbringen, um nochmals neue Eindrücke zu gewinnen. Diesmal entschieden wir uns für das The Wanderthirst Hostel, ein sehr modern eingerichtetes Hostel mit Rooftop und mittig von Thamel gelegen der optimale Ausgangspunkt für die letzten Tage. Leider sollten uns diese wieder an den Beginn unserer Reise erinnern, diesmal aber traf es besonders Alex. Die Lebensmittel in dieser Stadt sind einfach für den europäischen Magen nicht geeignet. Nirgendswo sonst im Land hatten wir solche Probleme mit dem Essen als in Kathmandu! Aus den Plänen die Stadt erneut zu erkunden wurde demnach nichts undsie verbrachten die meiste Zeit in unserem Zimmer. Ich ging weiter mit meiner Kamera auf Erkundungstour!


outtakes


Kommentar schreiben

Kommentare: 0