Die schlimmste Busfahrt unseres Lebens - Von Kathmandu nach Pokhara.

19.05.2018 Der letzte Tag in Kathmandu. 

Nachdem der Versuch endlich mal so richtig auszuschlafen dank der Affen die über die Blechdächer rannten und die Straßenhunden ihren morgendlichen Gospelchor veranstalteten wieder einmal scheiterte, waren wir wach und bereit für den Tag. Die Tage zuvor waren doch sehr hektisch und stressig, so das die Tagesgestaltung am letzten Tag vor der anstregenden Weiterreise eher ruhiger geplant war um unsere Batterien wieder aufzuladen und neue Kraft zu tanken. Den halben Tag verbrachten wir in unserem Hostel wir sortieren Bilder, planten unsere weitere Route und lagen einfach nur rum. Das muss eben auch mal sein. Irgendwann am frühen Nachmittag trieb uns dann aber doch der Hunger und wir bewegten uns langsam ins 30 Minuten entfernte Thamel. Hier gab es alles, viele Menschen also so richtig viele Menschen und ein Shop nach dem anderen doch was zu essen gab es hier nirgends, zumindest nicht das was mein eh schon angeschlagener Magen hätte vertragen können. Bald hatten wir genug vom Trubel und machten uns zurück auf den Heimweg. Mittlerweile dachten wir eigentlich wir hätten alles gesehen doch als wir dann eine Brücke über einen sehr großen Fluss querten konnten wir das Ausmaß der Problematik mit dem Müll in diesem Land erst so richtig begreifen. Man kann sich als Europäer gar nicht vorstellen wie sehr ein Fluss stinken kann. Das Wasser war grau und schwarz überall lag Plastik, Reifen, Kleidung und Dinge die man auch mit viel Fantasie nicht mehr deuten konnte, es blubberte und am Rand saßen Krähen und Hunde die nach Essbarem suchten. Trotz des Gestanks dieser Kloake standen wir sicher einige Minuten fassungslos auf dieser Brücke und versuchten die Bilder die wir sahen zu verarbeiten. Nach diesem Schockmoment wurden wir traurig. Dieses Land hat eine der schönsten Bergregionen der Welt und zugleich zerstört das eigenen Volk ihr eigenes Land so dramatisch. Dennoch, wir hatten noch nichts gegessen und auch wenn uns der Appetit etwas vergangen war suchten wir weiter, es dauerte auch nicht lang und wir wurden von einem jungen Nepali herab einer Terrasse angeschrien ob wir nicht etwas essen möchten. Tatsächlich sah das Restaurant mit dem Namen Nirvana sehr gepflegt und sauber aus so das wir uns dort nieder ließen. Wir bestellten zwei mal Reis mit Currychicken. Typisch Asiatisch war das Essen sehr scharf und in den folgenden Stunden war das gepaart mit der mangelten Hygiene hier wohl zuviel für meinen Magen. Entsprechend früh ging es auch ins Bett denn am nächsten Tag sollte die Busfahrt unseres Lebens auf uns warten.

20.05.2018 Die schlimmste Busfahrt unseres Lebens. 

5:30 Uhr und unser Wecker klingelte, schnell waren die letzten Sachen im Backpack verpackt und wir machten uns erstmals mit unseren Rucksäcken zu Fuß auf den Weg. Es ging vorbei am Buddhapark direkt zur Ringroad und von dort aus in etwa 15 Minuten mit dem Localbus nach Kalanki. Kalanki liegt an einer der Kreuzungen raus aus der Stadt, dort hält jeder Bus der die Stadt verlässt so auch die Busse nach Pohkara unserem nächsten Ziel. Allerdings ein Busbahnhof wie es die Locals nennen sieht hier ungefähr so aus wie der Seitenstreifen in Deutschland. Da wo Platz ist wird geparkt anschließend  wird einige Minuten wild um sich geschrien und dann geht's weiter. Glücklicherweise nehmen sich einige der Einheimischen der Situation gerne an ob sie das jetzt direkt Beruflich machen oder einfach nichts besseres zutun haben ist schwer zu sagen ein einfaches Pokhara unsererseits reichte aber schon aus. Den erste Bus nach Pokhara lehnten wir dankend ab, ca. 4 Meter lang und voll bis unters Dach. Im nachhinein stellte sich diese Entscheidung gleich doppelt als echten Glücksgriff heraus, denn nur wenige Minuten später meldete sich mein Magen ein weiteres mal und der letzte Rest fand seinen Platz zwischen den Bussen am Straßenrand. Es störte aber niemanden es schien fast so als würde das hier öfter passieren und mir war tatsächlich das ganze in diesem Moment ziemlich egal. Nach weiteren 15 Minuten warten kam dann tatsächlich endlich ein Bus der halbwegs so aussah als würde er die 200 km Strecke schaffen ohne dabei seine Reifen zu verlieren. Nach kurzer Verhandlung über den Preis saßen wir auch schon in der letzten Reihe. Keine Klimaanlage, Kein Radio aber das beste, keine anderen Fahrgäste! Ab jetzt begann eine Fahrt die wir wohl so schnell nicht wieder vergessen werden. Im Schritttempo und Bus an Bus ging es raus aus der Stadt allein das hat sicher 1 Stunde gedauert. Bei langsamer Geschwindigkeit waren die Straßen aber noch zu ertragen. Als anschließend der Verkehr dünner wurde und unser selbst ernannter Rennfahrer sein Potential beweisen konnte ging's erst so richtig los. Wir versuchten währenddessen etwas zu schlafen und uns an das Geholper zu gewöhnen doch kaum waren wir eingeschlafen wurden wir wieder aus unserer Position geworden, etwa wie bei einer Wippe die Hebelwirkung wurde so eindrucksvoll demonstriert. Manchmal dachten wir er fährt mit Absicht durch die tiefsten der tiefen Schlaglöcher doch die Straßen hier sind einfach so. Nach 3 kleinen Pausen und 7 Stunden später haben wir unser Ziel, Pokhara erreicht. 30 Grad im Schatten 400 Höhenmeter tiefer als Kathmandu aber völlig entspannt und verhältnismäßig sauber! Wir waren begeistert. Jetzt begann die Suche nach einem Hostel, von anderen Gästen in Kathmandu war uns das Nepalaya Eco Hostel noch ein Begriff. Nach ein oder zwei Kilometer zufuß mit 20 Kilo Gepäck waren wir erschöpft und nass geschwitzt endlich am Ziel! Aus Angst vor weiteren Magenproblemen hatten wir den ganzen Tag noch nichts gegessen und so ging es für uns nach einer kalten Dusche an den Fewa Lake. All die Strapazen waren vergessen und dieser Ausblick entschädigte uns für alles. 

21.05.2018 Chillout - Ein Tag im Hostel. 

Wie bereits erwartet hat mein Magen auch hier in Pokhara immer noch mit dem Essen zu kämpfen. Aus diesem Grund haben wir den Tag an dem wir uns eigentlich um unsere TIMS (Trekkers' Information Management System-Karte) und um unsere Permits für unsere Trekkingtour kümmern wollten im Hostel verbracht. Wir hängen zusätzlich auch noch ein paar Tage ran bis es mir wieder besser geht. Pokhara ist wie bereits erwähnt eine sehr entspannte und ruhige Stadt, die Luft ist im Vergleich zu Kathmandu sehr sauber, frisch und die Atmosphäre absolut erholsam. Das Essen hier ist sehr gut und es scheint auch hier in den Küchen mit mehr Hygiene gearbeitet zu werden, vllt. liegt das an den ganzen Touristen. Waren wir in Kathmandu noch VIP's wo uns einheimische nach Selfies fragten so sieht man hier mehr Europäer als Einheimische. Wir sind deshalb gar nicht so arg böse hier eine kleine Zwangspause einzulegen, lediglich die 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit machen uns zusätzlich noch etwas zu schaffen aber wir gewöhnen uns dran. Wir nutzen die Zeit einfach um dich etwas auf dem Laufenden zu halten. Am Abend verschlug es uns dann noch schnell für einen Spaziergang und eine Pizza im Godfathers Pizzahouse in die Stadt. 

Namaste. Nick. 

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